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Boxen-Deutsche Meisterschaften der U19

Ronald Leinbach
04.07.2022

Die beiden Marburger Walid Khakishov und Abbas Ahmadi verloren im VF (Viertelfinale). Mei-Li Folk (GBG Wiesbaden) holte für den Hessischen Box-Verband die Goldmedaille.

Velbert. Die Meisterschaftskämpfe fanden mit jeweils 2 Marburger, 2 Darmstädter, 2 Hochheimer Boxern sowie einer Landeshauptstädterin statt.

Nach insgesamt 108 Kämpfen an vier Turniertagen sind die Deutschen Meisterschaften der Altersklasse U19 im nordrhein-westfälischen Velbert mit den Finalkämpfen der männlichen Jugend am Samstag (18.06.) zu Ende gegangen. In allen 13 Gewichtsklassen der männlichen Jugend (106 Teilnehmer) und in sechs von zwölf Gewichtsklassen der weiblichen Jugend (18 Teilnehmerinnen) standen damit die Medaillenentscheidungen fest.

Von den 17 Landesverbänden, die dem Deutschen Boxsport-Verband angeschlossen sind, hatten 16 Landesverbände Athlet*innen zu dem Turnier entsandt. Nur der Landesverband Bremen war nicht im Wettbewerb vertreten gewesen.

Die größten Mannschaften hatten Nordrhein-Westfalen (22 Boxerinnen und Boxer), Baden-Württemberg (14 Boxerinnen und Boxer), Berlin, Niedersachsen und Bayern (jeweils 13 Boxerinnen und Boxer) sowie die Hessen mit 7 (6+1) zur Meisterschaft geschickt. Das kleinste Team kam mit einem Boxer aus dem Landesverband Südwest (1 Boxer). Die Landesverbände Rheinland, Saarland und Schleswig-Holstein waren mit jeweils 2 Athlet*innen am Turnier beteiligt.

Bei der männlichen Jugend waren das Weltergewicht (bis 67 kg, mit dem Marburger Abas Ahmadi) und das Federgewicht (bis 57 kg mit dem Hochheimer Quail Bizzet) die größten Turniergruppen: Hier konkurrierten 14 bzw. 12 Sportler um die Medaillen. Bei der weiblichen Jugend war der Wettbewerb um den Platz ganz oben auf dem Podest im Leichtgewicht (bis 60 kg) am größten: In dieser Gewichtsklasse traten mit der Hessin Mei-Li Folk 5 Boxerinnen im Turnier an.

Im Medaillenspiegel, in dem vor allem die Goldmedaillen zählen, belegen die Landesverbände Nordrhein-Westfalen und Berlin mit jeweils drei Goldmedaillen die Plätze eins und zwei. Zwei Goldmedaillen nahmen jeweils die Landesverbände Baden-Württemberg, Niedersachsen, Sachsen und Hamburg mit zurück nach Hause. Eine Hessin, Mei-Li Folk, holte Gold.

Mei-Li Folk siegte zunächst im Halbfinale (5:0) nach Punkten über Josephine Zalesjak aus Bayern um dann im Finale nochmal zu glänzen und die starke Chisovalantou Koutsochristou aus NRW klassisch auszuboxen. Für ihre souveräne Leistung erhielt Mei-Li am Ende der Finalveranstaltung den Pokal für die beste Kämpferin des gesamten Turniers.

Neben Mei-Li Folk (bis 60 kg) starteten folgende Jugendliche aus Hessen bzw. Marburg:

Federgewicht bis 57 kg: Quail Bizzet (BC Hochheim) verl. im Achtelfinale (AF)  gegen Jan Richmeyer (Bayern) n. Punkten

Leichtgewicht bis 60 kg: Mansoor Rahmati (TG 75 Darmstadt) verl. im AF gegen Thomas Mark (NRW) n. Punkten

Halbweltergewicht bis 63,5 kg: Walid Khakishov (1.BC MR) verl. im AF n.P. (2.R.) gegen Tony Schneider (Thüringen)

Weltergewicht bis 67 kg: Abas Ahmadi (1.BC MR) verl. im AF n.P. gegen Jürgen Sandhack (Hamburg)

Halbmittelgewicht bis 71 kg: Sabir Bachiri (BC Hochheim) siegt im Achtel-Finale (AF) d. RSC 2.R. ü. Mario Vitu (Rheinland), im Viertelfinale (VF) gegen Tristan Felgentreff (Sachsen) nach Punkten und sichert sich damit die Bronzemedaille. Im Halbfinale verliert er knapp n.P. gegen den späteren Deutschen Meister aus Berlin Moussa Kassab.

Mittelgewicht bis 75 kg: Sergiu Gaidampas (TG 75 Darmstadt) verl. d. Aufgabe 2.R. gegen Malik Semmo ((NRW) und Ayman Oudriss (BC Hochheim) verliert nach großem Kampf ganz knapp n.P. gegen den Thüringer Sandro Spitze.

Während der Marburger Abas Ahmadi im Weltergewichts-Achtelfinale dem Hamburger Jürgen Sandhack drei Runden lang Paroli bot, aber bei seinen Angriffs- und Verteidigungsaktionen nicht genügend nachsetzte, musste er knappe Punktniederlage neidlos anerkennen.

Pech im Urteil hatte dagegen der 17jährige Richtsberg-Gesamtschüler Walid Khakishov, der gegen den Thüringer Tony Schneider zwar die erste Runde knapp abgeben musste, aber im Folgedurchgang immer besser mit seiner Schlaghandgeraden durchkam. Der Kampf musste bei sauberen Treffern des Marburgers wegen starken Nasenbluten des Thüringers zweimal unterbrochen werden. Nach der zweiten Untersuchung, entschied der hinzugezogene Ringarzt auf Abbruch des Kampfes, weil ein Weiterboxen bei Tony Schneider nicht mehr verantwortet werden konnte. Alle rechneten jetzt mit einem Abbruchsieg des Marburgers. Aber der Supervisor entschied auf Auswertung des Kampfes bis dahin und da hatten die Punktrichter den Thüringer vorne gesehen. Aus sicht der Marburger eine unglückliche und ungerechte Entscheidung, die dem marburger zumindest den Gewinn der Bronzemadaille vorenthielt.

Der BSK Hannnov-Seelze verliert im Final-Rückkampf (1. BuLiga) mit seinem Marburger Boxer Franklyn Dwomoh. Schwerin. Nach der erfolgreichen 3-Tage-Hessenmeisterschaft in Marburg (Bericht vom letztem Pfingst-WE) hatten sich die Marburger Faustkämpfer auf ihre nächsten Ziele in der Boxbundesliga, bei den Deutschen Hochschulmeisterschaften und für die U19-Endkämpfe in Velbert/NRW vorbereitet. In Hannover-Seelze gewannen im ersten Finalkampf der 1.Bundesliga zwischen dem BSK Hannover-Seelze und dem BC Traktor Schwerin vor 14 Tagen die Hannoveraner mit dem Marburger Weltergewichtler Franklyn Dwomoh knapp mit 14:12. Der entscheidende Final-Rückkampf fand am letzten Samstag am 25.06. in Schwerin statt.

Franklyn Dwomoh traf wie im erfolgreichen Hinkampf Wieder auf den aus Hamburg stammenden Assana Balde. Das Kampfurteil war aber nach hartem Kampf  diesmal umgedreht nach Punkten für den Schweriner. Franklyn wurde nach einem ungeahndeten Kopfstoß an der Nase verletzt, dass ihm in der letzten Runde die Dominanz erschwerte. Dennoch war das verkündete Urteil zugunsten des Schweriners in Fachkreisen ein Fehlurteil. Eigentlich sahen die Experten das Marburger Talent vorne.Danke, auch für die gestrige schnelle Veröffentlichung des Berichts über die DHM in HH, mfG R.Leinbach